Urtikaria nach der Booster-Impfung

Urtikaria nach der Booster-Impfung

Am 10. Januar 2022 habe ich den Booster bekommen – Moderna, wie auch bei den ersten beiden Impfungen. Die Nebenwirkungen nach den ersten zwei Impfungen waren standardmäßig, ein bisschen müde, leichte Kopfschmerzen. Bei der dritten Impfung war ich bereits in den ersten drei Tagen deutlich angeschlagener, im Sinne von erschöpft. 

Elf Tage später bekam ich einen juckenden Ausschlag, zuerst im Nacken- und Kopfbereich, dann auch an den Schultern. Die Ausschläge zeigten sich im Laufe des Tages immer an anderen Stellen des Körpers und verschwanden nach 20-30 Minuten wieder. Am Samstag wurde die ganze Sache schon etwas schlimmer, da es nicht mehr nur noch juckte, sondern regelrecht wehtat und sich manchmal auch Pusteln bildeten. Nachts konnte ich kaum schlafen. Am Sonntag waren meine Augen so zugeschwollen, dass ich sie nach dem Aufstehen kaum öffnen konnte. Die Ausschläge kamen nun ununterbrochen, an sämtlichen Stellen des Körpers und waren sehr schmerzhaft. Die Stelle wurde heiß und brannte wie Feuer. Ich hatte noch eine Cortisonsalbe daheim, die verschuf mir etwas Abhilfe. Dennoch bin ich am Montag sofort zum Arzt, dem ich alles schilderte und auch Bilder zeigte, die ich während der vergangenen Tage gemacht habe. Der Arzt vermutete eine Allergie, die ich mir jedoch nicht erklären konnte. Auf meinen Hinweis, dass ich vor kurzem erst geboostert wurde, meinte er, da sei wahrscheinlich kein Zusammenhang herstellbar. Ich bekam Cortison und Bilaxten, was ich beides über eine Woche nahm. Nach ca. zehn Tagen setzte ich beides ab, um zu schauen, ob das Problem noch immer auftrat. Sofort musste ich feststellen, dass nach dem Absetzen alles sofort in einer Heftigkeit zurückkam, die ein großes Unbehagen in mir auslöste. Ich bin dann also wieder zum Arzt und da es eine Gemeinschaftspraxis ist, geriet ich an einen anderen Arzt, der das Thema «Nebenwirkung auf die Boosterung» für möglich hielt. Man könne jedoch nichts machen, außer die Tabletten weiterzunehmen – jedenfalls die Bilaxten. Cortison konnte ich absetzen. Die Ausschläge kommen jedoch trotz der Tabletten immer wieder. Es gibt fast keinen Moment des Tages, wo ich nicht irgendwo am Körper einen mehr oder weniger großen Ausschlag, Striemen oder rote Flecken habe. Allerdings schmerzt es nicht mehr, was für mich eine große Erleichterung ist. Besonders heftig sind die Ausschläge nach der Berührung mit Wasser, also beispielsweise nach dem Duschen. Nachdem ich in einer Online- Tageszeitung in der Schweiz einen Artikel über diese Art der Nebenwirkung nach der Impfung gelesen habe und gesehen habe wie viele Menschen per Kommentarfunktion über ebensolche Beschwerden berichteten, habe ich bei meinem Arzt angerufen, der mir auch ein erhöhtes Auftreten in der Praxis bestätigt hat. Ich bin nicht ängstlich vor der Impfung gewesen, aber nach diesen Erfahrungen bin ich sehr verunsichert. Ich frage mich, wie lange ich die Tabletten noch nehmen muss und ob das Problem sich schnell löst oder ich einen chronischen Verlauf haben werde. Vor einer möglichen weiteren Impfung graut mir bereits jetzt schon. Ich habe meinem Arzt gesagt, dass ich möchte, dass diese Reaktion gemeldet wird. Auch wenn man als Betroffener keine Hilfe zu erwarten hat, zum Beispiel im Sinne von Erstattung der Arztkosten, möchte ich, dass mein Fall aktenkundig ist. 

Fotocredit: Artem Podrez/Pexels