Urtikaria-Erkrankung im Fokus

Urtikaria-Erkrankung im Fokus

Ich habe 2013 schon einmal eine eher kurze Welle mit Hautausschlägen bekommen. Damals hatte ich abgestillt, fühlte mich, treffend gesagt nicht wohl in meiner Haut. Dazu kam der Tod meines Vaters usw. Aber wie gesagt nur eine kurze Welle, wo ich auch eine eventuelle Erklärung dazu habe.

Doch im Oktober 2019 kam die Urtikaria zurück und wollte mich nicht so schnell wieder loslassen. Alles habe ich versucht um herauszufinden, was mir dieses Mal mein Körper sagen will. Doch 14 Monate lang quälte ich mich mit den Symptomen der Urtikaria. Von kleinen Tupferl bis hin zu großflächigen Quaddeln, von Müdigkeit der Tabletten bis hin zum anaphylaktischen Schock, den ich mir aber selber wieder wegatmen konnte. Meistens am Abend bis in die frühen Morgenstunden war ich übersät mit diesen brennenden Erhöhungen. Sie können sich sicher vorstellen, wie dann meine Tage in meiner Arbeit, im Kindergarten ausgesehen haben. Auch im privaten Bereich mit meiner Familie (3 Kinder), war es schwer.

Anfang Dezember 2020, kam für mich aus heutiger Sicht gesehen nicht meine COVID19- Erkrankung, nein es war meine Erlösung. An dem Montag, wo ich erfuhr, dass meine beiden Kolleginnen positiv sind, hatte ich am Vormittag noch Quaddeln an den Oberschenkeln. Ich hatte leichten Husten und dachte nicht einmal daran, dass ich es auch haben könnte. Am Mittwoch war der Test dann doch positiv. Zu sagen, dass meine Alpha Variante harmlos sei, wäre jetzt gelogen. Ich hatte damals alle Symptome, bis auf starken Husten und Fieber. Geschmack- und Geruchssinn waren verschwunden und ich hatte Kurzatmigkeit. War sehr müde und erschöpft. Nur einmal hätte ich das Gefühl gehabt, dass ich ins Krankenhaus muss. Ich bekam keine Luft. Aber durch meine Urtikaria ja nichts neues. Ich atmete langsam, beruhigte mich wieder und ich rief nicht die Notfallnummer an. Ich hatte genug Zeit zum Erholen, da in dieser Zeit die Weihnachtsferien dazu kamen. 

Durch Corona lernte ich langsamer und achtsamer zu werden. Der Perfektionismus kann fernbleiben und Ruhe und Gelassenheit zogen bei mir ein. 

Seitdem kann ich nein sagen und bin wieder mehr bei mir selbst. Viele in meinem Freundeskreis und Bekanntenkreis, aber vor allem meiner Familie ist dies aufgefallen. 

Ich werde nicht sagen, dass Corona ungefährlich ist. Ich kann auch nicht sagen, dass alle gesunden, jungen Menschen das wegstecken oder dass jeder Mensch mit Vorerkrankungen daran sterben kann. Jeder Mensch ist individuell zu betrachten. Jeder hat es selbst in der Hand, ob er sich von der Angst oder seinem eigenen Selbstvertrauen leiten lässt. 

Mein letztes Mail beinhaltete den Verdacht, noch einmal positiv zu sein. War tatsächlich so und ich hatte leichte Symptome. Einfach einem grippalen Infekt ähnlich. Meinem Mann und meinem 15- jährigem Sohn erging es genauso. Meine 9-jährige Tochter hatte gar keine Symptome. Alle drei hatten es zum ersten Mal. Meinen 13-jährigen Sohn haben wir nicht angesteckt. Der hatte es noch nie. Zumindest nicht wissentlich.

Wir sind alle ungeimpft. Es war für uns alle keine leichte Zeit. Gerade da wo wir unsere gesellschaftliche Spaltung hatten.

Aber wir sind überzeugte Nicht-Geimpfte und können aus unserer Erfahrung schöpfen, dass unser Körper sein eigenes gesundes Immunsystem hat. 

Ich habe seit der ersten Corona-Erkrankung keine Urtikaria mehr. Mittlerweile sind es fast 16 Monate.

Für mich eine Erlösung und jetzt soll ich mich wissentlich mit etwas impfen lassen, dass als Nebenwirkung Hautausschläge verursachen kann? Keiner kann mir genau garantieren was dann passiert. Wenn kann ich da fragen? Aber nein, die Frage stelle ich mir oder jemand anderen nicht mehr. Sinnlos

Ich bleibe ungeimpft gesund.

Danke, dass es euch gibt und dass ihr euch engagiert! Was können wir tun um zu überzeugen, dass es eine Impffreiheit für Urtikarianer geben soll?

Fotocredit: Artem Podrez/Pexels